HoppeBlog 

Too Cool for Internet Explorer

Rückblick auf die WM 2010

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Montag Juli 12, 2010

Keine Stars, kaum Star-Allüren und herzerfrischend feines Fußballspiel haben die Jungs in Afrika auf den Platz gebracht. So bleibt mir persönlich nur eine einzige Szene in negativer Erinnerung: der nicht gegebene Ausgleichstreffer der Engländer.

Auch wenn im Nachhinein von erdrückender Übermacht der Deutschen die Rede war: das Spiel war ein Nervenkrieg und wurde zunächst von Klose im Alleingang entschieden. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis dieser Rückschlag verarbeitet war und dann bäumten sich die Inselkicker mit starkem Kampf auf, schossen den Anschluss und den Ausgleich.

Nur – der wurde vom Schiedsrichter nicht gewährt. Es kann nicht sein, dass diese Fehlentscheidung  in der Pause nicht bis zur Mannschaft vorgedrungen ist. Warum aber gibt es im Fußball unter Spielern nicht die Fairness, Fehlentscheidungen der Schiedsrichter zu korrigieren? In vielen anderen Sportarten habe ich das schon gesehen, und auch selber praktiziert. OK, im Amateursport geht es nicht um so viel Geld. Aber gerade deswegen sollte der Profisport mit gutem Vorbild voran gehen. Deswegen hätten die Deutschen zu Beginn der zweiten Halbzeit sich einfach mal 20 Sekunden die Schuhe zubinden können. Es wäre fair gewesen. Es wäre richtig gewesen. Es hätte ein Zeichen gesetzt. Für den Sport, für Fairness, für Gerechtigkeit.

Doch davon ab – es war ein starkes Turnier, unsere Mannschaft hat nicht nur im Ergebnis meine Erwartungen übertroffen, sondern auch beeindruckend schönen Fußball gespielt. Bei den Spaniern war Schluss, denn dort addierte sich zum Teamspiel auch noch die Stärke außergewöhnlicher Spieler. Herzlichen Glückwunsch nach Spanien, die das eigentliche Finale gegen Deutschland gewonnen haben, denn aus meiner Sicht heraus, wäre unsere Internationalmannschaft die einzige gewesen, die mit einer kleinen Glücksportion die Spanier hätte schlagen können.

Viva España

Förderprogramm „Sportvereine und Ganztagsschulen”

Blogged in Allgemeines,Sportplatzbau by Lüder Hoppe Freitag Juni 25, 2010

Das Förderprogramm des LSB Niedersachsen zur Zusammenarbeit von Sportvereinen und Ganztagsschulen startet mit dem Ziel, die Quantität und Qualität von außerunterrichtlichen Kooperationen zu steigern. Förderungsfähig sind Sportmaterialien und -geräte, die bedarfsgerechte und attraktive Angebote ermöglichen sowie besondere Veranstaltungen, Maßnahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Projekte. Antragsberechtigt sind Sportvereine, Sportbünde und Landesfachverbände mit ihren Sportjugenden. Interessierte wenden sich an Britta Gerlach; Tel.: 0511-1268-249; Email: bgerlach@lsb-niedersachsen.de

Sportentwicklungsbericht 2009/2010

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Freitag Juni 11, 2010

Der Bundesbericht 2009/2010 zur Sportentwicklung in Deutschland liegt vor. In einer online-Befragung hat die Deutsche Sporthochschule Köln 19 345 Interviews (von 63 468 Vereinen mit Email-Adressen) zu ihrer Situation befragt. Danach erstellen immer mehr Sportvereine gemeinsame Angebote mit Schulen, anderen Sportvereinen,Kindergärten oder Kindertagesstätten und kommerziellen Anbietern. Über 27 % aller Sportvereine in kooperieren bereits mit Schulen. Dabei kooperieren fast 20 % aller Sportvereine mit einer Grundschule, gut 10 % mit einer Hauptschule, knapp 10 % mit einem Gymnasium und gut 8 % mit einer Realschule.

Bundesweit gibt es rund 91 000 Sportvereine. Die Untersuchung erfolgt im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbundes, der Landessportbünde und des Bundesinstitutes für Sportwissenschaft. Nach dem Bundesbericht werden demnächst auch die Länderberichte vorliegen. Die einzelnen Themenberichte zur dritten Welle des Sportentwicklungsberichts (Bildung/Qualifizierung von Mitarbeitern, Ehrenamt, Finanzielle (In-)Flexibilität von Sportvereinen, Wirtschaftliche Bedeutung der Sportvereine, Kommune und Sportverein, Schule und Sportverein, Vereinsphilosophien, Ethnische Vereine) werden zurzeit erarbeitet und zu Beginn des Jahres 2011 veröffentlicht.

Der Bundesbericht steht auf der LSB-Homepage www.lsb-niedersachsen.de zum Download im Bereich Sportpolitik/Sportpolitik/DOSB

Rückblick auf 3 Jahre HoppeBlog

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Sonntag Januar 3, 2010

Wie in jedem Jahr, so beginnt auch das diesige mit einem Rückblick: das HoppeBlog hat nun sein drittes Jahr vollendet, es geht ins Vierte!

110 Artikel, 107 genehmigte Kommentare und 84.361 Kommentare, die vom Spamfilter abgefangen wurden.  Dabei war das HoppeBlog für mich stets nicht mehr als ein wenig Beiwerk. Tatsächlich geht es mir als Landschaftsarchitekten ja um Projekte. Und auch da hatte das Jahr 2009 für mein kleines Büro eine Menge zu bieten: Die Objektplanung der Freianlagen der neuen Eissporthalle in Bremerhaven, die Außenanlagen des Nordsee-Druckzentrums waren als “große” Projekte sicherlich für das Jahr prägend. Doch die Menge der “mal eben” erstellten Gutachten und Studien hatte ein deutlich größeres Gewicht: 5 Machbarkeitsstudien für Sportstättenim Verbund mit dem wöchentlichen Baumgutachten sind eben nicht so eben nebenher zu erstellen.  Und dazu ein tolles Projekt für das Jahr 2010 – ich werde berichten!

Was mich nun dazu bringt, auch über die weniger schönen Dinge des letzten Jahres zu resümmieren:  als ich hier in Bremerhaven bei +5°C losgefahren bin, um dann inmitten der Lüneburger Heide auf einen tief verschneiten Sportpolatz zu kommen, war ich nicht darauf vorbereitet, dass dieser auch noch mindestens 20 cm tief gefroren war. Ohne Handschuhe und ohne Mütze habe ich aber tapfer alle Kraft in den Spaten geworfen, um brauchbare Bodenprofile zu erschließen. War kein Spaß, vor allem nicht, als mein Auto auf der Rückfahrt wegen einer lecken Dichtung nicht mehr so fein fahren wollte.  Aber was soll`s, bin heil zu Hause angekommen, und erst einen Tag vor Heilig Abend kam der nächste größere Defekt: nicht am Auto, dafür ist die ISDN Anlage nachhaltig ausgefallen.

Doch der Rückblick soll nicht negativ enden, vielmehr habe ich mir den eigentlichen Highlight des Jahres 2009 aufgespart: Sportplatzplanung in der Mongolei! Ich hoffe, es geht dieses Jahr positiv voran mit dem Projekt. So grüße ich dann mit angestrengtem Blicke, denn der Dschingis Khan sitzt mir im Nacken! Ein Frohes Neus Jahr 2010, ich wünsche allen Lesern viel Erfolg im Geschäftsleben!

L. Hoppe in der Mongolei!

WEB 2.0 für den Galabau

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Freitag September 4, 2009

Das der Einsatz des Internet für die tägliche Arbeit immer mehr an Bedeutung gewinnt, hat sich langsam herumgesprochen. Das unsere „Grüne Branche“ hier ein wenig hinter dem Zeitgeist hinterherläuft, ist vielen Insidern ebenfalls bewusst.
Andre Stieglitz hat sich im Rahmen seiner Abschlussarbeit zum Techniker im Galabau intensiv mit dem Aspekt „Möglichkeiten der Nutzung des WEB 2.0 für den Galabau“ auseinandergesetzt. Auch wenn es thematisch nicht zu 100% in diesen Blog passt – seine Arbeit ist dennoch für viele vom Fach sehr interessant und gibt den gegenwärtigen Stand der Dinge gut wieder.
André Stieglitz hat mir erlaubt, seine Arbeit hier zum Download anzubieten und wünscht sich viele Kommentare.

Hier nun der Erste:
persönlich fehlt mir ein Abschnitt über die Nutzung von Google Earth, vermutlich hätte dies aber den Rahmen der Arbeit gesprengt.
Gerne hätte ich auch noch einen Ausblick auf die möglichen Potentiale des Web 2.0 für unsere Branche gelesen, das wäre richtig spannend geworden.

Symposium Internationale Landschaftsarchitektur 2009, Bad Zwischenahn

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Dienstag September 1, 2009

Die Baumschule Bruns ist in der gesamten Branche ein fester Begriff. Das liegt nicht nur am überdurchschnittlich guten Baumschulkatalog, dessen Preise als bundesweite Referenz betrachtet werden. Es liegt auch daran, dass Bruns sich immer wieder darum bemüht, bei seinen Kunden im Gespräch zu bleiben. So fand am 28./29.08.2009 das „Symposium Internationale Landschaftsarchitektur“ zum zweitem Mal statt.
Die Referentenliste war so prominent, wie es derzeit in der Landschaftsarchitektur kaum zu überbieten ist. Gleich zu Beginn setzte Christopher Bradley-Hole mit der Vorstellung seiner minimalistischen Gartengestaltung die Messlatte in nahezu unerreichbare Höhe. Mit entschiedener Konsequenz zeigte er, wie Gestaltungsprinzipien vom kleinsten Detail bis zur Gesamtplanung duchgezogen werden, und so Freiräume entstehen, die in ihrer Art unverwechselbar sind. Ich bin sehr gespannt darauf, einen Bradley-Hole Garten „live“ zu sehen.
Thierry Huau (Paris) stellte sein Projekt „Terra Botanica“ vor, verbarg in der Struktur seines Vortrags aber so manchen Zusammenhang. Neugier erzeugte er aber auf jeden Fall, im nächsten Jahr diesen botanischen Erlebnisgarten in Angers (Frankreich) zu besuchen. Zumindest bin fest davon überzeugt, nicht das letzte mal von diesem Projekt gehört zu haben.
Ulf Nordfjell schloss sich an und stellte mit einer Vielzahl von Projekten seine „organisierte Natur“ vor. Einerseits verband ihn der minimalistische Ansatz mit Christopher Bradley-Hole, andererseits konnte er sich von dem Briten aber durch eine „wildere“ Pflanzenverwendung distanzieren. Er setzt darauf, die Ordnung des minimalistischen Gartens durch „naughty Elements“ erst richtig spannend zu machen.
Ulf Nordfjell und Lüder Hoppe (Foto: Heike Hoppe)
Der Münchner Prof. Rainer Schmidt stellte im Anschluss seine Großprojekte zwischen Shanghai und Amman vor. Die Grenzen von der Landschaftsplanung zum Städtebau ließ er dabei fluffig hinter sich und stellte Planungen in Maßstäben vor, die für den normalen „Feld-Wald-Wiesen-Architekten“ undenkbar sind.
Ilya Mochalov zeigte einige seiner Arbeiten sowie Arbeiten seiner Moskauer Kollegen. Und diese arbeiten nicht selten für Menschen, die in Russland innerhalb kürzester Zeit extrem viel Geld verdient haben. Wie vielfältig die Wunschlisten einer Generation sind, die im Plattenbau des Realsozialismus groß geworden sind und nun praktisch unbegrenzt bauen können, war der eigentliche Inhalt dieses Vortrags. Auch wenn einige Projekte für das Fachpublikum geradezu grotesk wirkten – die Unvoreingenommenheit mit der rund um Moskau (Groß-)Gartenprojekte entstehen, wird diese Region für uns Landschaftsarchitekten noch sehr interessant werden lassen.
Im Anschluss an das Abendessen brannte der Kalifornier Paul Comstock ein Feuerwerk von Fotos ab, die mit seinen Projekten oft nur die Philosophie gemein hatten. Der „Disney-Planer“ verdeutlichte immer wieder, wie er mit sorgfältig ausgesuchten Pflanzen ganze Landschaften „erzählen“ kann.
Einziger Wermutstropfen war für mich „meine“ BDLA Präsidentin, die als Moderatorin der Veranstaltung der Versuchung erlag, die Vorträge in kleinen Co-Referaten zu bewerten und dabei ihre persönliche Meinung nicht transparent von der Moderation trennte.
Alles in allem war es aber ein sehr gelungener Tag, eine Veranstaltung die meinen Horizont im wahrsten Sinne des Wortes erweitert hat und noch dazu mit einem sehr leckeren Grau-Burgunder ausklang.

Bericht: Dialog im Dunkeln, Hamburg

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Dienstag Mai 12, 2009

Barrierefreies Bauen ist auf für Landschaftsarchitekten ein vermeintlicher Standard. Die Einhaltung des einschlägigen Regelwerks garantiert jedoch keine gelungene Umsetzung dieses Aspekts der Planung. Echte Barrierefreiheit erfordert viel Einfühlungsvermögen für die Lebenswelt behinderter Menschen.

Die Hamburger  Erlebniswelt “Dialog im Dunkeln” ermöglicht es, 90 Minuten Blindheit zu erfahren. Mit weit aufgerissenen Augen ins Dunkel zu starren, während die Netzhaut die Abwesenheit eindringender Photonen mit eigenartigen Erscheinungen kompensiert, ist tatsächlich eine Reise nach Hamburg wert. In kleinen, geführten Gruppen werden Besucher mit verschiedenen Alltagsszenen aus der Welt blinder Menschen vertraut gemacht. Garten, Marktplatz, Straße – aber auch eine Bootsfahrt sowie ein “Kneipenbesuch” werden aufwändig und mit vielfältigen Klängen, Gerüchen und ertastbaren Objekten erlebbar gemacht.
Mit dem Blindenstock in der Hand eröffnet sich so eine ganz neue Welt, voller vertrauter und dennoch seltsam fremder Dinge. Diese Erfahrung im Einzelnen zu beschreiben ist kaum möglich, letztlich habe ich aber lange nicht mehr erlebt, wie schnell 90 Minuten vergehen können, habe selten in so kurzer Zeit so viel erlebt und dabei ganz nebenher ein ganz anderes Verständnis für barrierefreies Bauen aus Sicht  sehbehinderter Menschen erfahren. Eingentlich müsste es dafür auch Fortbildungspunkte bei der Architektenkammer geben…

Stephan Zirwes Ästhetik der Sportplätze – ausdruckstarke Luftbilder

Blogged in Allgemeines,Sportplatzbau by Lüder Hoppe Mittwoch April 29, 2009

Webseiten mit tollen Fotos gibt es im Netz seit vielen Jahren. Aber schon lange ist mir keine derart gelungene Präsentation mehr auf den Schirm geraten: http://www.stephanzirwes.com/. Ist es die ungewohnte Perspektive des Luftbildes, welche mich so fasziniert? Eher nicht, denn der Umgang mit Luftbildern ist Teil meiner täglichen Arbeit. Ist es die spährisch zurückhaltende Musik, oder gar die Sound-Effekte? Eigentlich alles eher zurückhaltend. Es müssen letztlich die überzeugenden Fotos sein, die die Ästhetik der Alltäglichkeit greifbar machen: Stephan Zirwes entdeckt mit untrüglicher Sicherheit wunderschön balancierte Bilder mit Spannungsmomenten und so mancher Überraschung eingefahrener Sehgewohnheiten. Gerade der Bereich “football” inspiriert mich zur grafischen Aufarbeitung meiner Website.
Übrigens: in den Präsentationen ist man nicht gefangen, ein Klick auf “Map” bringt den Besucher zurück auf die Homepage.

Vorsicht Baumunfälle!

Blogged in Allgemeines,Baumwelt by Lüder Hoppe Montag Februar 2, 2009

Jeder der mit Bäumen zu tun hat kennt das Problem: da Bäume über keine zentrale Datenverarbeitung verfügen, rasen sie praktisch hirnlos durch die Gegend. Nicht selten passiert es dann, dass sie mit überhöhter Geschwindigkeit in parkende Autos krachen. Je nach Alter und Art der Bäume ist es daher sinnvoll, eine Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen. Besonders am Wochenende, wenn jüngere Bäume mit ausgeprägtem Balzverhalten und nicht selten auch unter dem Einfluss der alkoholischen Gärung von nächtlichen Versammlungsorten aus den Heimweg antreten, ist die Gefahr besonders groß. Ob dann aber die Geschwindigkeitsbegrenzung wirksam ist, bezweifle ich an dieser Stelle, da zu diesen Zeiten – evolutionsbiologisch bedingt – ganz andere Mechanismen die Kontrolle übernehmen. Was sollen wir als Menschen nur tun? Würde es tatsächlich sinnvoll sein, die Autos noch weiter weg von der Straße zu parken? Gäbe das den Bäumen wirklich die Möglichkeit, Fahrfehler zu korrigieren und die Kontrolle über sich und die Situation wieder zu erlangen? Vermutlich nicht.

Was offensichtlich fehlt, ist das Gefahrenbewusstsein der Bäume: sie sind sich einfach nicht darüber im Klaren, welche Risiken sie in Kauf nehmen. Es gibt viel zu viele Straße, an denen kaum noch Autos parken, in die sie hineinkrachen können. Umso besser ist es, wenn an den neuralgischen Punkten Hinweisschilder aufgestellt werden. Die schaffen Bewusstsein und schärfen den Blick für die tatsächlichen Gefahren des Alltags.

Ja, es ist mal wieder ein Beispiel für die Verdrehung von Ursache und Wirkung. Die Bäume selbst sind per Definition unschuldig: sie stehen einfach da wo sie sind, weichen im Zweifelsfall nicht mehr als ein paar Zentimeter zurück und ansonsten produzieren sie Sauerstoff, Biomasse, binden CO2 und sind klimatisch wirksam. Ohne Bäume hätte dieser Planet nicht den Menschen entwickelt, und ohne eine ausreichende Anzahl von Bäumen wird der Mensch auf diesem Planeten auch nicht überleben.

Tag 2 der BDLA Bauleitergespräche

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Donnerstag Januar 29, 2009

Trotz langer Gespräche am vorherigen Abend fanden sich fast alle Seminarteilnehmer pünktlich zum ersten Vortrag ein: Nikolas Varchim von den Richter Spielgeräten referierte aus Sicht eines Spielgeräteherstellers über die Einhaltung von Sicherheit und Qualität bei Spielanlagen. Er empfahl unter anderem, den Aufbau komplexer Spielgeräte nicht unbedingt Firmen zu überlassen, die damit wenig Erfahrung haben, um den korrekten und sicheren Aufbau zu gewährleisten. Weitere Sponsoren der Veranstaltung waren die Firmen “Egner Pflastersteine” sowie die Göttinger Softwareschmiede “Dataflor”. Beide hielten sich mit ihrer Präsentation sehr zurück, was bei Landschaftsarchitekten gut ankommt. Zu Egner kann ich wenig sagen, aber der Firma Dataflor wünsche ich, dass sie hier einen Schritt gemacht hat, um das Image der “Gärtnersoftware” abzuschütteln, denn dies ist ein schwer haltbares Vorurteil.
Für ein Bauleiterseminar eher ungewöhnlich war der Vortrag von Dietmar Narr über die Umweltbaubegleitung in der Praxis. Dieses Thema ist im Prinzip besser bei den Landschaftsplanern aufgehoben. Wichtig aber auf jeden Fall, diese Aufgabe als Bauleiter nicht zu übernehmen, da es zu massiven Konflikten zwischen den Aufgaben des Umweltbaubegleiters und dem Bauleiter kommen kann, die sich bei Personalunion auch zu unüberschaubaren Haftungsrisiken steigern können.

Berthold Stückle berichtete von Inhalten und Problemen bei der Realisierung der BUGA Koblenz 2011. Sein Vortrag war voller Anmerkungen und Hinweisen wie Konflikte bei der Bauleitung entstehen, aber auch gemeistert werden. Highlight war die funktionale Ausschreibung  einer hochmodernen Drahtseilbahn auf einer einzigen A4 Seite, welche nicht einmal eng beschrieben war. Respekt.

Die Abschlussdiskussion war erstaunlich kurz. Eigentlich hatte ich erwartet, dass es im Rahmen der Konjunkturkrisenbewältigung richtig krachen würde. Tat es aber nicht.

Die alljährliche Exkursion stand dieses Mal unter einem schlechten Stern: verharrschter Schnee verhinderte den freien Blick auf das Ausstellungsstück, so dass zunächst mit Bild und Plan vorgestellt wurde. Der anschließende Gang über das Objekt war dann auch leider nicht so interessant, wie er hätte sein können. Schade für Jens Henningsen, der seine beeindruckende Arbeit nur unvollständig darstellen konnte.
Alles in Allem waren die Bauleitertage extrem informativ, horizonterweiternd, fast immer spannend und erneut mit großem Wiederholungsfaktor ausgestattet.

Bericht: Tag 1 der BDLA Bauleitergespräche

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Donnerstag Januar 22, 2009

Die diesjährigen Bauleitergespräche waren eine vielfältige und höchst informative Veranstaltung. Der thematische Schwerpunkt lag in diesem Jahr bei der Gehölzverwendung.

Ludwig Schegk führte gewohnt souverän und zurückhaltend durch das Programm. In anderen Veranstaltungen habe ich es schon erlebt, dass dominante Moderatoren durch maßlose Co-Referate sich selbst in der Vordergrund schieben und jede Diskussion im Keim ersticken. Schegk ist besser: er versteht es, mit wenigen Worten Verbindungen herzustellen, die eine konstruktive Diskussion entstehen lassen, über die er aber nie die Kontrolle verliert.

Das erste Referat wurde von Prof. Gert Bischoff (FH Erfurt) gehalten. Er sprach sich dafür aus, dass die BDLA Landschaftsarchitekten sich vermehrt zum öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen entwickeln. Ausbildungswege und Bestellungsverfahren erörterte er genauso, wie er einen Einblick in den beruflichen Alltag gab. Schuldig blieb er dem Publikum, dass die Tätigkeit als “ÖBV” einer Vielzahl von Regularien unterliegt, die zu nicht unerheblichen Papierbewegungen führen.
Im Anschluss zauberte D. Pfrommer (als Ersatzreferent für die alljährliche juristische Keule) den rhetorischen Highlight des Seminars ans Rednerpult. Die vielfältigen Inhalte des BDLA Landesvorsitzenden in einem Satz zusammenzufassen wäre mehr als gewagt, von besonderer Wichtigkeit war jedoch sein Hinweis auf die Notwendigkeit von Überflutungsnachweisen bei Flächen die größer sind als 800m².

Kollegiale Gespräche sind ja ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. So kam es in diesem Jahr dazu, dass ich nach einigen Telefongesprächen und gegenseitigen Erwähnungen im Netz nun Frank Pachura vom Blumenpod leibhaftig gegenüberstehen durfte. Frank ist live mindestens genauso sympathisch wie er in seinem Podcast rüberkommt. Schade dass wir in Potsdam nur wenig Zeit hatten uns auszutauschen. Ich freue mich aber jetzt schon auf die verabredeten gemeinsamen Aktivitäten.
Großbaumverpflanzungen, Überprüfung gelieferter Pflanzen auf die Einhaltung der Qualitätsstandards, aber auch der im Rahmen des Klimawandels dramatisch ansteigende Schädlingsbefall wurden von den weiteren Referenten sehr informativ vorgetragen. Die Bestrebungen von Seiten der FLL, einen speziellen Sachverständigen für die Sicherung der Qualität gelieferter Baumschulwaren zu etablieren wurden dabei mit gemischten Gefühlen entgegengenommen. Letztlich gehört die Überprüfung der gelieferten Pflanzqualitäten zur Kernkompetenz des Landschaftsarchitekten. Diese Einzelleistung zu externalisieren, würde weitere Biss-Stellen im ohnehin schon schmalen Tortenstück der LAs hinterlassen. Richtiger wäre es, die Kompetenz der Landschaftsarchitekten zu steigern, die aus Sicht der FLL diesem Teil ihres sicherlich sehr breiten Arbeitsfeldes noch nicht die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die notwendig wäre.

Wie gewohnt beschloss Ludwig Schegk den ersten Tag der Bauleitergespräche  mit seinen Neuigkeiten aus der Welt der Regelwerke – wenngleich selten wirklich spannend, so ist dies immer wieder einer der Vorträge die für das aktuelle Tageswerk von größter Bedeutung sind. Aufpassen lohnte sich hier ganz besonders.
Der Tag klang dann bei feistem Essen in kollegialer Runde aus. Fein war es, dass der Weg zum Restaurant erneut durch den Park Sanssouci führte, diesmal mit vereistem Schnee und stiller nächtlicher Romantik sowie einem Parkwächter, der unserer Gruppe extra nochmal ein Tor öffnete. Komisch nur dass er nicht gemeckert hat, der war bestimmt nicht aus der Region.

2 Jahre HoppeBlog

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Montag Januar 12, 2009

Lüder HoppeZum Jahresbeginn kann ich nun auf zweijährige Tätigkeit als Blogger zurückschauen. 75 Artikel habe ich in der Zeit verfasst, sicherlich weniger als vorgenommen, dennoch erheblich mehr als in meiner Branche üblich. Positive Erwähnungen gab es beim BDLA, auf diversen verwandten Blogs, und auch die “Garten und Landschaft” hat über meine Website und das Blog berichtet. Ein Highlight an Feedback war sicherlich die Darstellung meines Blogs bei der DGGL.

Was jedoch nicht ganz so gut funktioniert, ist die Verknüpfung zwischen Blog und der statischen Website – soweit ich der statistischen Auswertung trauen kann, hält sich der eine Teil der Besucher im Blog auf, der anderen auf der statischen Website – Grenzgänger sind selten. Dabei sind es gerade die umfangreichen und ausführlichen Infos auf der statischen Website, die für Sportvereine und Gemeinden von besonderem Interesse sind. Daher mache ich an dieser Stelle berechtigte Werbung für mich selber und empfehle den Besuch von www.buero-hoppe.de.

Konjunkturprogramme: Sportstättenbau ist wirkungsvolle Förderung!

Blogged in Allgemeines,Sportplatzbau by Lüder Hoppe Freitag Januar 9, 2009

Natürlich klingt diese Aussage aus dem Mund eines Sportstättenarchitekten nicht sonderlich gewichtig. Schwerwiegend sind aber die Argumente, die für eine Förderung des Sportstättenbaus sprechen:

  • Der Bau der Sportstätten wird fast immer durch regional tätige Firmen durchgeführt.
  • Diese Firmen beschäftigen auch ungelernte Kräft und bilden diese weiter.
  • Die notwendigen Rohstoffe (Erden, Düngemittel, Sande, Bewässerungstechnik, Kunststoffe) werden ebenfalls auf lokaler bis nationaler Ebene produziert.
  • Die Baumaßnahme verbessert die Infrastruktur und hebt den Wohnwert der jeweiligen Ortschaften.
  • Der verbesserte Wohnwert stabilisiert die Immobilienpreise.
  • Sport hält Gesund und senkt die Kosten für das Gesundheitswesen.

Im Rahmen der stetigen Sportstättenbauförderung hat zum Beispiel der Landessportbund Niedersachsen für das Jahr 2009 die Summe von 5,5 Mio € bewilligt. Beantragt waren 8,8 Mio €. Dem ist hinzuzufügen, dass diese Antragssumme bereits durch die Kreissportbünde vorgefiltert ist, der tatsächliche Förderbedarf dürfte um ein Vielfaches höher liegen. In Anbetracht der Summen die gegenwärtig auf Bundesebene genannt werden, handelt es sich nach wie vor um die berüchtigten “Peanuts”. Doch für den Sport wären diese Peanuts sehr nahrhaft. Noch nahrhafter ist der Sportstättenbau aber für Infrastruktur und die regionale Wirtschaftskraft.

“Die Autoindustrie” und “der Klimawandel” aus Sicht eines Landschaftsarchitekten

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Donnerstag November 27, 2008

Heute missbrauche ich meinen Sportplatz- und Baumblog um einfach mal meine Meinung loszuwerden:

Mein kleiner Kombi kommt so langsam in die Jahre, und ich muss mir wohl oder übel Gedanken darüber machen, ihn durch ein anderes Fahrzeug zu ersetzen. Gut, er hat ohne Probleme ‘ne neue TÜV Plakette bekommen, aber es deutet sich an, dass demnächst auch Teile ersetzt werden, die nicht unbedingt in die Abteilung “Verschleiß” gehören.

Langer Rede kurze Sinn: ich habe einfach mal geschaut, ob meiner Nachfrage auch ein Angebot gegenübersteht. Ich hätte gerne ein effizientes Fahrzeug. Niedrige Anschaffungskosten, niedriger Verbrauch. Meistens fahre ich alleine, aber 2 Personen sollten schon Platz darin haben, wenn dann noch ein paar Kinder dazukommen, dann muss dass auch noch gehen. Auf der anderen Seite sollte dieser Alltagsgegenstand nicht an der potentiellen Ferienreise mit Kind und Kegel ausgerichtet werden, sondern am täglichen Bedarf. Gerne darf das Fahrzeug dann auch eine gewisse Sportlichkeit und Dynamik vermitteln, ohne dabei aber aufringlich zu wirken.

Um es kurz zu machen: mein neues Auto wird gegenwärtig nicht hergestellt. Was auf Webseiten und Prospekten wohlfeil geboten wird, sind aus meiner Sicht Autos einer Ära, die längst beendet ist, nur dass dieser Fakt von der Mehrheit der Menschen ignoriert wird.  Unter dem Druck steigender Ölpreise baut “die Industrie” nach wie vor schwerfällige Schlachtschiffe, überfrachtet mit einer Vielzahl von “Features”, die zwar jeweils für sich ein “nice to have” darstellen, für mich in der Summe aber ein “no go” erwirken. Seit mehr als 20 Jahren ist es allgemein bekannt, und in der Fachwelt nicht mehr hinterfragt, dass die Ölvorkommen endlich sind. Seit ungefähr 10 Jahren ist die Unausweichlichkeit der Klimaveränderungen nur noch von den Medien und einigen Einzelinteressenten hinterfragt worden. Allgemein wird angenommen, dass alle großen Autohersteller bereits ökonomisch sinnvolle Fahrzeuge in der Schublade haben, nur was davon hat die Autohäuser erreicht?

Einige Detailverbesserungen von Konzepten, die strukturell so falsch sind, dass es sinnlos ist, daran etwas zu verbessern. Was bringt es denn der Gesellschaft, den Spritverbrauch von 8 Liter / 100km auf 7 Liter/100km  zu senken? OK das sind 12,5% weniger, aber im Vergleich zu dem was möglich wäre, zeichnet sich jetzt schon ab, dass “wir Konsumenten” mit Detailverbesserungen nach der Salamitaktik abgespeist werden: jedes Jahr ein neues Modell, jedes Jahr ein klein wenig besser. Will ich aber nicht. Ich möchte mir *jetzt* ein Fahrzeug kaufen, von dem ich mir erwarten kann, dass ich auch in 10 Jahren noch damit glücklich sein werde.

Und – Wunder über Wunder – ich habe es nun doch noch gefunden. Gut, es wird noch nicht in Serie produziert, aber immerhin gibt es schon einen Prototypen. Der sieht aus wie ein Sportwagen, ist wie ein Sportwagen gebaut, fährt sich vermutlich auch – von den Beschleunigungswerten mal abgesehen – so, und soll 15 Tsd € kosten. Tatsächlich hat sich dort eine Entwicklergruppe zusammengefunden, die ein gleichermaßen attraktives wie auch ökonomisch sinnvolles Auto entwickelt. Klar, das ist kein Auto, mit dem 5 Personen entspannt durch Europa reisen wollen. Aber es wäre ein Auto, mit dem ich 98% meiner Fahrten gerne erledigen würde. Aber vor 2010 wird das nichts. Wenn das Konzept nicht vorher aufgekauft und luposiert wird. Nein “Luposieren” steht weder im Duden noch in der Wikipedia. Am Beispiel des Lupo 3L hat VW dargestellt, wie man eine gute Idee durch schlechtes Design, eine überzogene Preispolitik und nicht vorhandenes Marketing zum Staubfänger degradiert. Aber auch das sicherlich nicht ohne den Hintergedanken, damit eine geringe Nachfrage nach effizienten Autos zu belegen. Soll ich nun einen Link auf mein zukünftiges Auto hier einstellen? Oder wird dann die Nachfrage so groß werden, dass auch der Preis angezogen wird? Oder muss überhaupt die Nachfrage erst wachsen, damit der Bau sich rechnet? Oder wird die Firma ohnehin vorher “veschluckt”? Egal – es ist der Loremo.

“Garten im Internet” jetzt online erleben

Blogged in Allgemeines,Sportplatzbau by Lüder Hoppe Freitag November 14, 2008

Screenshot aus dem Intro zum Vortrag

Frank Pachuras Fachvortrag zum Thema “Garten im Internet” (s.u.) ist auf der Seite des Blumenpods nun online anzusehen. Wer sich an die übliche Bedienung des Blumenpods gewöhnt hat, kann vielleicht den neuen Link in der Menüleiste übersehen, daher mache ich hier einfach nochmal darauf aufmerksam, dass Frank Pachura oben in der Seitennavigation einen Extrapunkt “Garten im Internet” eingerichtet hat.

Ich widerstehe der Versuchung, das Video direkt auf meiner Site einzubinden, weil das Blumenpod einfach einen Besuch wert ist.

Vielen Dank an dieser Stelle nochmals für die Anerkennung meiner Arbeit, ich muss die Häufung der Komplimente allerdings etwas relativieren: die News zum Thema Sportstättenbau richten sich vorwiegend an Gemeinden und Sportvereine, die fachinternen Neuigkeiten erspare ich meiner Leserschaft, wenngleich ich natürlich bei individuellen Beratungen damit nicht geize.

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