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Too Cool for Internet Explorer

Landschaftsarchitektur in Blogs: war es das? Eine Bestandaufnahme per Webrecherche.

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Sonntag August 28, 2011

Beim Aufräumen fiel mir gerade das 2009 erschienen Büchlein „Garten und Medien“ aus dem Callwey Verlag in die Finger.  Cool, da wurde mein Blog mal erwähnt.  Und nicht nur mein Blog, auch noch ein paar andere. Was ist bloß aus denen geworden? Immerhin hatte ich mit allen den Einen oder Anderen Kontakt!

Um es kurz zu fassen:  Was ist Landschaft, Blumenpod und Landschaftsarchitektur im Web (BDLA) sind zwar noch online, werden aber nicht mehr gepflegt. Aus dieser Riege ist nur noch das DGGL Blog lebendig – nach wie vor eine interessante Artikelsammlung, allerdings mit regionalem Bezug zu München. Als bekennender „Saupreiß“ fehlt mir irgendwie der Zugang…

Wie kommt es, dass wir Landschaftsarchitekten nicht mehr bloggen? An Sendungsbewusstsein hat es uns doch nie gemangelt?

Allein Stefan Kalkhoff legt seinen Rückzug offen: Arbeit im Real-Life auf der einen Seite, Themenmangel und mangelndes Feedback auf der anderen Seite führten zu seinem Schlussstrich. Und wie ist es bei mir? Nun – das pralle Leben tobt auch in meinem Blog nicht mehr. Aber ich bin zu stur, Angepacktes einfach fallen zu lassen.  Und das Netz schläft nie! Es muss einfach auch Neues geben! Und da findet Frau Gugel auch etwas:

Micha Reepel, Masterstudent der Landschaftsarchitektur bloggt! Über studentische Projekte, Reisen, Fotografie und das Umfeld der Landschaftsarchitektur. Cool gemacht, abwechslungsreich und angenehm fluffig im Design. Noch dazu sowohl auf eigener Website wie auch auf Facebook. Und Twitter. Da frag ich mich doch glatt: hab ich den Anschluss ans Internet verpasst?

Architekturvideo.de sammelt im Netz stehende Filme zu dieser Kategorie. Ungefähr zumindest, denn die Kollegen vom Hochbau trennen nicht sonderlich scharf zwischen Landschaftsarchitektur und Städtebau. Vermutlich auch sehr richtig so. Auf jeden Fall habe ich mich sehr über „Little Big Berlin“ gefreut, ein Film über jene Stadt in der ich wunderschöne Studentenjahre verbrachte. Und ja, die S-Bahnstation Marx-Engels-Platz wird nun „Hackesche Höfe“ gerufen. Ich esse schnell noch einen Raider! Und da ist dieser feine Platz, den (sofern ich mich korrekt erinnere) Prof. Loidl anmutig gestaltet hat. Weniger anmutig waren damals seine Vorlesungen, bestehend zu 99% aus Diavorführungen, gelegentlich unterbrochen von juchzenden Studenten, die im Nacken von Loidls sicherlich nicht zugelassenem Laser getroffen wurden. Dafür war das Ding auch tatsächlich auch aus der letzten Reihe wahrzunehmen, ganz im Gegensatz zu der Vielzahl schwachbrüstiger Laserpointer, die im allgemeinen Pixelmischmasch niedrig auflösender Präsentationsbeamer schnell untertauchen. Und der Alexanderplatz! Dort hatte damals Falk Trillitzsch wegen dieser gigantischen realsozialistischen Asphaltwüste Kakteen in Kübeln aufgestellt. Ich bin bis heute fest davon überzeugt, dass dieser leise Protest gegen den damals (1995) bereits erwarteten Klimawandel nur von extrem wenigen Menschen wahrgenommen wurde. Ich schweife ab. Toller Film über eine tolle Stadt und ja – es hat auch viel mit Landschaftsarchitektur zu tun!

Wie auch das Blog vom Kollegen Jochen Garbe, ebenfalls aus Berlin! Er schildert – manchmal fast twitternd – Momente aus der Arbeitswelt. Ja Jochen, vieles kann ich gut nachvollziehen, sehr fein auch der offene und lockere Umgang mit kleineren „Bürokatastrophen“.

Weiter führt Frau Google mich zu Fanny Neubert, die mit ihrem Blog das Studium dokumentiert und gleichzeitig eine tolle Bewerbungsmappe aufbaut, die so ganz nebenher nicht nur Stilsicherheit sondern auch Engagement beweist. Bin gespannt wie es weitergeht, auch wenn der Twitterlink bei mir nicht funktioniert. Ja, Nein, ich habe kein Twitter und ich twittere auch nicht. Immerhin hab‘ ich Internet im Computer!

Hinter gruen51 verbirgt sich wieder ein Kollege, der hier auf unterhaltsame Art sein Werken darstellt. Doch im Vertrauen und unter Kollegen: wie nehme ich hier eigentlich Kontakt auf? Wer schreibt das eigentlich? Bin ich in einem Frame gelandet und sehe nur einen Teil der Website? Auch eine kurze Webrecherche lüftet dieses Geheimnis nicht. Doch im allerersten Artikel die Auflösung –  es ist der Herr Wolfgang Aldag- hier sein Büroauftritt.

Mittlerweile stelle ich fest: ja, es wird noch gebloggt und nein, es ist nicht das, was Bloggen ausmacht. Keine Querverweise, keine Kommunikation und zu allem Verdruss –  mein eigenes Blog wird nicht gelistet! Zumindest nicht mit dem Stichwort Landschaftsarchitektur.

Und nun? Lasse auch ich das Bloggen sein und bastle von nun an in „social networks“ an Profilen herum? Oder fange doch an zu twittern? Und wenn das auch nur vorübergehende Trends sind? Soll ich die dann auch fallen lassen? Oder bleibe ich bei meiner Sturheit? Die Zukunft kennt die Antwort, ich kenne sie noch nicht…

Baumerlebnisland England

Blogged in Baumwelt by Lüder Hoppe Montag August 15, 2011

In 11 Tagen Kent, Wildshire und Devon sind zahlreiche berichtenswerte Eindrücke entstanden.

Selten habe ich so viele, so alte, so große, und teilweise auch so unsichere Bäume gesehen. Der Wunsch nach imposanten Bäumen übersteigt in England offensichtlich das Sicherheitsbedürfnis. Oder aber haben wir in Deutschland eine völlig überzogene Risikovorstellung was die Gefährdung durch brechende oder stürzende Bäume angeht?

Dies ist sicherlich nicht auf die Schnelle zu beantworten, ausführliche Erörterungen der fachlichen und juristischen Situation verlieren sich unangenehm schnell in Details.

Übrig bleibt das Abwägen von allgemeinem Lebensrisiko, potentieller Gefährdung durch Bäume, aber auch dem Gewinn an Lebensqualität durch große alte Bäume. Denn diese stellen etwas dar, was wir Menschen auch mit aller Technik nicht bauen können: Solarkraftwerke mit klimaausgleichender Wirkung, deren „Abgas“ vorwiegend aus Sauerstoff besteht.  Lebensräume für zahlreiche Arten werden von Bäumen geschaffen und unterhalten und nicht zuletzt sind sie einfach schön.

Seitenast einer Kastanie mit Abstützung.

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