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Symposium Internationale Landschaftsarchitektur 2009, Bad Zwischenahn

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Dienstag September 1, 2009

Die Baumschule Bruns ist in der gesamten Branche ein fester Begriff. Das liegt nicht nur am überdurchschnittlich guten Baumschulkatalog, dessen Preise als bundesweite Referenz betrachtet werden. Es liegt auch daran, dass Bruns sich immer wieder darum bemüht, bei seinen Kunden im Gespräch zu bleiben. So fand am 28./29.08.2009 das „Symposium Internationale Landschaftsarchitektur“ zum zweitem Mal statt.
Die Referentenliste war so prominent, wie es derzeit in der Landschaftsarchitektur kaum zu überbieten ist. Gleich zu Beginn setzte Christopher Bradley-Hole mit der Vorstellung seiner minimalistischen Gartengestaltung die Messlatte in nahezu unerreichbare Höhe. Mit entschiedener Konsequenz zeigte er, wie Gestaltungsprinzipien vom kleinsten Detail bis zur Gesamtplanung duchgezogen werden, und so Freiräume entstehen, die in ihrer Art unverwechselbar sind. Ich bin sehr gespannt darauf, einen Bradley-Hole Garten „live“ zu sehen.
Thierry Huau (Paris) stellte sein Projekt „Terra Botanica“ vor, verbarg in der Struktur seines Vortrags aber so manchen Zusammenhang. Neugier erzeugte er aber auf jeden Fall, im nächsten Jahr diesen botanischen Erlebnisgarten in Angers (Frankreich) zu besuchen. Zumindest bin fest davon überzeugt, nicht das letzte mal von diesem Projekt gehört zu haben.
Ulf Nordfjell schloss sich an und stellte mit einer Vielzahl von Projekten seine „organisierte Natur“ vor. Einerseits verband ihn der minimalistische Ansatz mit Christopher Bradley-Hole, andererseits konnte er sich von dem Briten aber durch eine „wildere“ Pflanzenverwendung distanzieren. Er setzt darauf, die Ordnung des minimalistischen Gartens durch „naughty Elements“ erst richtig spannend zu machen.
Ulf Nordfjell und Lüder Hoppe (Foto: Heike Hoppe)
Der Münchner Prof. Rainer Schmidt stellte im Anschluss seine Großprojekte zwischen Shanghai und Amman vor. Die Grenzen von der Landschaftsplanung zum Städtebau ließ er dabei fluffig hinter sich und stellte Planungen in Maßstäben vor, die für den normalen „Feld-Wald-Wiesen-Architekten“ undenkbar sind.
Ilya Mochalov zeigte einige seiner Arbeiten sowie Arbeiten seiner Moskauer Kollegen. Und diese arbeiten nicht selten für Menschen, die in Russland innerhalb kürzester Zeit extrem viel Geld verdient haben. Wie vielfältig die Wunschlisten einer Generation sind, die im Plattenbau des Realsozialismus groß geworden sind und nun praktisch unbegrenzt bauen können, war der eigentliche Inhalt dieses Vortrags. Auch wenn einige Projekte für das Fachpublikum geradezu grotesk wirkten – die Unvoreingenommenheit mit der rund um Moskau (Groß-)Gartenprojekte entstehen, wird diese Region für uns Landschaftsarchitekten noch sehr interessant werden lassen.
Im Anschluss an das Abendessen brannte der Kalifornier Paul Comstock ein Feuerwerk von Fotos ab, die mit seinen Projekten oft nur die Philosophie gemein hatten. Der „Disney-Planer“ verdeutlichte immer wieder, wie er mit sorgfältig ausgesuchten Pflanzen ganze Landschaften „erzählen“ kann.
Einziger Wermutstropfen war für mich „meine“ BDLA Präsidentin, die als Moderatorin der Veranstaltung der Versuchung erlag, die Vorträge in kleinen Co-Referaten zu bewerten und dabei ihre persönliche Meinung nicht transparent von der Moderation trennte.
Alles in allem war es aber ein sehr gelungener Tag, eine Veranstaltung die meinen Horizont im wahrsten Sinne des Wortes erweitert hat und noch dazu mit einem sehr leckeren Grau-Burgunder ausklang.

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