Jeder der mit Bäumen zu tun hat kennt das Problem: da Bäume über keine zentrale Datenverarbeitung verfügen, rasen sie praktisch hirnlos durch die Gegend. Nicht selten passiert es dann, dass sie mit überhöhter Geschwindigkeit in parkende Autos krachen. Je nach Alter und Art der Bäume ist es daher sinnvoll, eine Geschwindigkeitsbegrenzung einzuführen. Besonders am Wochenende, wenn jüngere Bäume mit ausgeprägtem Balzverhalten und nicht selten auch unter dem Einfluss der alkoholischen Gärung von nächtlichen Versammlungsorten aus den Heimweg antreten, ist die Gefahr besonders groß. Ob dann aber die Geschwindigkeitsbegrenzung wirksam ist, bezweifle ich an dieser Stelle, da zu diesen Zeiten – evolutionsbiologisch bedingt – ganz andere Mechanismen die Kontrolle übernehmen. Was sollen wir als Menschen nur tun? Würde es tatsächlich sinnvoll sein, die Autos noch weiter weg von der Straße zu parken? Gäbe das den Bäumen wirklich die Möglichkeit, Fahrfehler zu korrigieren und die Kontrolle über sich und die Situation wieder zu erlangen? Vermutlich nicht.
Was offensichtlich fehlt, ist das Gefahrenbewusstsein der Bäume: sie sind sich einfach nicht darüber im Klaren, welche Risiken sie in Kauf nehmen. Es gibt viel zu viele Straße, an denen kaum noch Autos parken, in die sie hineinkrachen können. Umso besser ist es, wenn an den neuralgischen Punkten Hinweisschilder aufgestellt werden. Die schaffen Bewusstsein und schärfen den Blick für die tatsächlichen Gefahren des Alltags.
Ja, es ist mal wieder ein Beispiel für die Verdrehung von Ursache und Wirkung. Die Bäume selbst sind per Definition unschuldig: sie stehen einfach da wo sie sind, weichen im Zweifelsfall nicht mehr als ein paar Zentimeter zurück und ansonsten produzieren sie Sauerstoff, Biomasse, binden CO2 und sind klimatisch wirksam. Ohne Bäume hätte dieser Planet nicht den Menschen entwickelt, und ohne eine ausreichende Anzahl von Bäumen wird der Mensch auf diesem Planeten auch nicht überleben.