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Bericht: Tag 1 der BDLA Bauleitergespräche

Blogged in Allgemeines by Lüder Hoppe Donnerstag Januar 22, 2009

Die diesjährigen Bauleitergespräche waren eine vielfältige und höchst informative Veranstaltung. Der thematische Schwerpunkt lag in diesem Jahr bei der Gehölzverwendung.

Ludwig Schegk führte gewohnt souverän und zurückhaltend durch das Programm. In anderen Veranstaltungen habe ich es schon erlebt, dass dominante Moderatoren durch maßlose Co-Referate sich selbst in der Vordergrund schieben und jede Diskussion im Keim ersticken. Schegk ist besser: er versteht es, mit wenigen Worten Verbindungen herzustellen, die eine konstruktive Diskussion entstehen lassen, über die er aber nie die Kontrolle verliert.

Das erste Referat wurde von Prof. Gert Bischoff (FH Erfurt) gehalten. Er sprach sich dafür aus, dass die BDLA Landschaftsarchitekten sich vermehrt zum öffentlich bestellten und vereidigten Sachverständigen entwickeln. Ausbildungswege und Bestellungsverfahren erörterte er genauso, wie er einen Einblick in den beruflichen Alltag gab. Schuldig blieb er dem Publikum, dass die Tätigkeit als „ÖBV“ einer Vielzahl von Regularien unterliegt, die zu nicht unerheblichen Papierbewegungen führen.
Im Anschluss zauberte D. Pfrommer (als Ersatzreferent für die alljährliche juristische Keule) den rhetorischen Highlight des Seminars ans Rednerpult. Die vielfältigen Inhalte des BDLA Landesvorsitzenden in einem Satz zusammenzufassen wäre mehr als gewagt, von besonderer Wichtigkeit war jedoch sein Hinweis auf die Notwendigkeit von Überflutungsnachweisen bei Flächen die größer sind als 800m².

Kollegiale Gespräche sind ja ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Veranstaltung. So kam es in diesem Jahr dazu, dass ich nach einigen Telefongesprächen und gegenseitigen Erwähnungen im Netz nun Frank Pachura vom Blumenpod leibhaftig gegenüberstehen durfte. Frank ist live mindestens genauso sympathisch wie er in seinem Podcast rüberkommt. Schade dass wir in Potsdam nur wenig Zeit hatten uns auszutauschen. Ich freue mich aber jetzt schon auf die verabredeten gemeinsamen Aktivitäten.
Großbaumverpflanzungen, Überprüfung gelieferter Pflanzen auf die Einhaltung der Qualitätsstandards, aber auch der im Rahmen des Klimawandels dramatisch ansteigende Schädlingsbefall wurden von den weiteren Referenten sehr informativ vorgetragen. Die Bestrebungen von Seiten der FLL, einen speziellen Sachverständigen für die Sicherung der Qualität gelieferter Baumschulwaren zu etablieren wurden dabei mit gemischten Gefühlen entgegengenommen. Letztlich gehört die Überprüfung der gelieferten Pflanzqualitäten zur Kernkompetenz des Landschaftsarchitekten. Diese Einzelleistung zu externalisieren, würde weitere Biss-Stellen im ohnehin schon schmalen Tortenstück der LAs hinterlassen. Richtiger wäre es, die Kompetenz der Landschaftsarchitekten zu steigern, die aus Sicht der FLL diesem Teil ihres sicherlich sehr breiten Arbeitsfeldes noch nicht die Aufmerksamkeit zukommen lassen, die notwendig wäre.

Wie gewohnt beschloss Ludwig Schegk den ersten Tag der Bauleitergespräche  mit seinen Neuigkeiten aus der Welt der Regelwerke – wenngleich selten wirklich spannend, so ist dies immer wieder einer der Vorträge die für das aktuelle Tageswerk von größter Bedeutung sind. Aufpassen lohnte sich hier ganz besonders.
Der Tag klang dann bei feistem Essen in kollegialer Runde aus. Fein war es, dass der Weg zum Restaurant erneut durch den Park Sanssouci führte, diesmal mit vereistem Schnee und stiller nächtlicher Romantik sowie einem Parkwächter, der unserer Gruppe extra nochmal ein Tor öffnete. Komisch nur dass er nicht gemeckert hat, der war bestimmt nicht aus der Region.

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