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Zukunft im Sport: was passiert bis 2020,Teil 5: Fußballfelder

Blogged in Sportplatzbau by Lüder Hoppe Montag Februar 18, 2008

Ein Fußballfeld hat die Maße 68 x 105, 2 Tore und es spielen immer 11 Freunde gegen andere 11 Freunde. Das war schon immer so, und das wird sich auch nicht ändern. Eine von vielen Fußballweisheiten, die mir vom Feeling her ein schlechtes Gefühl bereiten. Welche Probleme haben Fußballvereine denn derzeit? In Gesprächen mit vielen Vereinen habe ich immer wieder 2 Gemeinsamkeiten festgestellt:

  • – der Mädchen- und Jugendfußball boomt
  • – die „Alten Herren“ werden nicht mehr voll.

Während die Versorgung der fußballwütigen Kinder mit entsprechenden Sportanlagen im Prinzip nur eine Frage der Finanzierung darstellt, ist das Problem mit dem Rückgang der Spielerzahlen im Erwachsenenalter schon schwieriger. Zeitlicher Aufwand, geringe Flexibilität, Verletzungsgefahr und Leistungsdruck während der Freizeit nehmen dem heiligen Rasen seinen Glanz. Da dies in fast allen Vereinen geschieht, kommt es dazu, dass viele Mannschaften nicht mehr voll werden. In der ersten Not werden Spielvereinigungen gebildet, aber auf Dauer sind ganze Sportplätze für halbe Mannschaften nicht mehr zu unterhalten.

Dabei zeigen Freizeitkicker bereits heute, wohin der Trend geht: moderne Fußballhallen mit Eventcharakter haben auf viele Fußballer eine geradezu magische Anziehungskraft. Liegt es am Kunstrasen, am Großbild-TV, oder an der Musik im Hintergrund?

Meiner Meinung nach sind diese Dinge zwar nicht unwichtig, aber im Zentrum steht der zwanglose Zugriff auf ein Spielfeld, welches noch dazu so angenehm klein ist, dass stets Torgefahr besteht. Für „Socca Five“ braucht es ganze 10 Spieler, keine 22 + Ersatzbank + Schiedsrichter. Das geht vergleichsweise einfach. Und international feiern Varianten wie Futsal und Beach-Soccer derzeit ungeahnte Popularität. Der DFB hingegen propagiert von den Bambinis bis zur D-Jugend noch 7 Spieler je Mannschaft auf Spielfeldern mit einer Länge von 32 bis 70m. Dafür baut er aber nebenher 1000 Miniplätze, die mit 20*13 wiederum so klein geraten sind, das nicht wenige Kritiker hier nur die Verwendung im Kindergarten- und Grundschulalter sehen. Aber die Realität wird diese Kritiker einholen, ich bin sicher, dass diese Miniplätze Teil eines Trends sind, der zu kleineren Spielfeldern führt. Ob in 10 Jahren vermehrt auf Halbfeldern gespielt wird, oder Ligen mit kleineren Mannschaften starten ist abzuwarten.
Nur eins ist sicher – wenn es auf den demografischen Wandel keine Reaktionen gibt, dann reduziert dieser ganz von selbst die Zahl der Mannschaften und Ligen.

Kommentare

  1. Ich denke das die Faszination bei modernen Fußballhallen darin besteht, das man sich wie ein Profi fühlt der in der Bundesliga in einem riesigen Stadion spielt. So können einige Ihre nicht erreichten Ziele oder Träume im ganz realen Leben nachholen.

    Trackback by Markus 19. Februar 2008 09:34

  2. Das stimmt. Wenn man selbst Sportler ist und sich einmal fühlen kann wie ein Profi ist das wie die Erfüllung.

    Trackback by Oliver 23. Februar 2008 19:37

  3. Sportlich zu sein und sich sportlich zu fühlen sind 2 verschiedene ASPEKTE

    Trackback by Celso 29. Februar 2008 20:11

  4. Kann ich nur bestätigen. Heutzutage will man in seiner Freizeit mehr erleben, als einen Kick auf dem verschlammten Bolzplatz. Zu moderner Freizeitgestaltung gehören eben Catering, Großbildfernseher, Beschallung – eben das Komplettpaket.

    Trackback by Bernhard 18. März 2008 15:40

  5. Joa,
    der Anspruch wächst halt immer mehr.
    Aber es macht auch echt Spaß vor großem Publikum zu zeigen was man so kann.

    Trackback by Chris 29. April 2008 20:18

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