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Zukunft im Sport: was passiert bis 2020, Teil3: Sport und Gesellschaft

Blogged in Sportplatzbau by Lüder Hoppe Montag Dezember 10, 2007

Die Technisierung der Kinderzimmer führt dazu, dass sich die motorische Leistungsfähigkeit der Kinder verschlechtert hat. Es ist zu befürchten, dass sich dieser Trend fortsetzen wird. Doch jeder Trend erzeugt auch Gegenbewegungen, so sind sich die Sportpädagogen darüber einig, dass die Bedeutung der Bewegungsangebote in den Schulen wachsen wird. Vor dem Hintergrund der Zunahme von Ganztagsschulen werden neue Formen von Sportfreianlagen entstehen.

Ob damit die Lücke zwischen den nach wie vor vorhandenen sportbegeisterten Kindern und den kindlichen „Couch-Potatoes“ geschlossen werden kann, bleibt gegenwärtig offen. Unklar ist auch die Frage, ob frei zugängliche Bewegungsräume im urbanen Umfeld weiter abnehmen werden. Allein um diese Frage zu beantworten sind, sind mehrere, zum Teil gegenläufige Trends zu analysieren:

  • demografische Veränderungen der Gesellschaft,
  • veränderte Bewertung von Sport und Gesundheit,
  • Ballungsräume mit städtebaulichem Wachstum auf der einen Seite,
  • sowie auch große Regionen, in denen komplette Generationen abwandern (innerdeutsche Migration)

Jeder dieser Faktoren ist geeignet, die Steigerung des Sportangebots zu begründen. Selbst die Abwanderung von Menschen, wie sie zum Beispiel in Brandenburg beobachtet werden kann, führt dazu, dass neue Sportanlagen als Mittel der Strukturförderung realisiert werden. Allein die Frage der Finanzierung wird nicht leicht zu lösen sein: Insider befürchten den Rückgang der Sportanlagenförderung durch die Öffentliche Hand. Flexible Sportvereine können diese Situation aber auch für sich nutzen: mit einem der Nachfrage angepassten Sportangebot wird es zukünftig leicht sein, die Mitgliederzahlen stabil zu halten. Die Zusammenarbeit mit Krankenkassen, Schulen und kommerziellen Sportanbietern wird ein breiteres Angebot ermöglichen. Vielleicht werden Sportvereine dann über ein Sportangebot im Altenheim den Jugendsport finanzieren?

EU-Förderung im Sportplatzbau: Brandenburg übernimmt Vorreiterrolle

Blogged in Sportplatzbau by Lüder Hoppe Montag Dezember 3, 2007

Brandenburgs Landessportbund-Präsident Hans-Dietrich Fiebig und der Agrarminister des Landes, Dr. Dietmar Woidke, haben am 21. November in Potsdam eine Vereinbarung über die Sportstättenförderung in ländlichen Gemeinden unterzeichnet.

Unter dem Namen „Goldener Plan Brandenburg“ sollen jährlich bis zu 2 Mio. Euro in die Sportstättenförderung fließen und so helfen, die Vereins- und Jugendarbeit in den Dörfern auf eine solidere Grundlage zu stellen. Der Name ist eine Anleihe an das 2009 auslaufende Bundesprogramm „Goldener Plan Ost“ . An der Förderung der mit dem Landessportbund abgestimmten Vorhaben wird sich das Agrar- und Umweltministerium bis zu einem Anteil von 66 Prozent beteiligen. Ermöglicht wird diese Förderung auf der Grundlage des EU-Fonds zur Entwicklung der ländlichen Räume (ELER).

Das Agrar- und Umweltministerium Brandenburg wird in den kommenden Jahren Vorhaben des Landessportbunds mit Fördermitteln der integrierten ländlichen Entwicklung und LEADER unterstützen. LEADER wendet sich an Aktionsgruppen von Vereinen und Bürgern auf dem Lande, die dazu beitragen, die regional erkannten Stärken zu stärken.

Gerade in Zeiten knapper werdender öffentlicher Mittel können mit einer Kombination der Finanzierungsmöglichkeiten Vorhaben zur Entwicklung der besonders benachteiligten ländlichen Regionen in Brandenburg umgesetzt werden.

Das Ministerium sieht in der Sportstättenförderung ein Mittel, um der Abwanderung junger und qualifizierter Menschen etwas entgegenzusetzen. Attraktive Sport- und Freizeitangebote sind neben Arbeitsplätzen Faktoren, die das Landleben lebenswert machen. Häufig gehen von den Sportvereinen Initiativen für die Ortsentwicklung aus, werden Feste gefeiert, Traditionen gepflegt. Weil der Sport junge Leute an sich bindet, kommt ihm bei der Vermittlung von Werten und Einstellungen besondere Bedeutung zu, gerade auch in der Auseinandersetzung mit rechtsradikalen Kräften. Dem Sport dagegen mangelt es im ländlichen Raum an bedarfsgerechter Infrastruktur, und dem Landessportbund stehen nicht genügend Mittel zur Verfügung, um die Sportstätten zu erhalten oder auszubauen.

amit ist erstmals in Deutschland erreicht, was andere Länder der europäischen Union schon lange praktizieren – die sinnvolle Verwendung von EU-Mitteln für den Sportplatzbau. Es bleibt zu hoffen, dass andere Bundesländer nachziehen und erkennen, dass die Förderung des Sportstättenbaus eine effiziente Strukturförderung darstellt.

Teil 2: Wie werden sich Nachfrage und Angebot im Sport entwickeln?

Blogged in Sportplatzbau by Lüder Hoppe Sonntag Dezember 2, 2007

Bestimmend für das Sportangebot in den nächsten Jahren wird die Nachfrage sein. Hier sind klare Entwicklungen zu erwarten:

im Segment der berufstätigen Bevölkerung wird der Anteil der Bürotätigkeiten mit geringem Bewegungspotential weiter zunehmen. Daraus resultiert das weitere Wachstum gesundheitsorientierter Lifestyle-Sportarten mit dem Boom der Fitnesscenter an der Spitze. Da hier bereits ein reichhaltiges Angebot besteht ist mit einer quantitativen Zunahme nicht mehr zu rechnen. Das Angebot wird sich eher auf bestimmte Nischen spezialisieren.

Der große Trend der nächsten Jahre ist im Zuge der demografischen Entwicklung im Seniorensport zu suchen. Die hier gefragten Sportangebote werden über die folgenden Eigenschaften verfügen:

· selbst bestimmbare Leistung

· variable Zeiten

· sportmedizinische Betreuung

· hoher Geselligkeitsfaktor

Das bisherige Angebot vom Walking über Boule bis zur Wirbelsäulen- und Kardiogymnastik wird sich um neue Sportarten erweitern, oder auch durch klassische Sportarten wie Tischtennis ergänzt. Hier werden neue Anbieter den Markt betreten, Volkshochschulen und Krankenkassen etwa, die bereits im Kontakt zu ihrem Klientel stehen.

Der Vereinssport wird sich zunehmend dem Kinder- Jugend und Wettkampfsport zuwenden. Dabei wird besonders die Nachfrage nach gut ausgestatteten Vereinen wachsen, die den Kindern ein sicheres und komfortabel ausgestattetes Sportumfeld bieten, möglicherweise sogar ein familiäres Betreuungsangebot unterhalten. Möglicherweise wird diese Nachfrage jedoch auch durch ein erweitertes Schulangebot befriedigt.

Zusammenfassen lassen sich die Trend durch die folgenden Thesen:

· Der Sport insgesamt gewinnt an Bedeutung.

· Der Anteil gesundheitsorientierter Sportarten wird steigen.

· Der Anteil von Leistungs- und Wettkampforientierten Aktivitäten wird in allen Sportarten sinken.

· Die Zahl der Sportarten wird weiter zunehmen.

Begleitend dazu wird die Bedeutung des Profisports in den Medien als identitätsstiftendes Gesellschaftselement steigen.

Lesen Sie im Teil 3: Zukunft im Sport: was passiert bis 2020: Sport und Gesellschaft

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