HoppeBlog 

Too Cool for Internet Explorer

Bericht zur Tagung: Sportstaettenbau neu denken und gestalten

Blogged in Sportplatzbau by Lüder Hoppe Donnerstag Januar 18, 2007

Die Tagung am 17. Januar 2007 war gut besucht. Während der Großteil der Besucher aus Schleswig Holstein kam, gesellte sich auch Fachpublikum aus der ganzen Bundesrepublik dazu. Dies zeigt, dass die Thematik des demografischen Wandels im Sportstättenbau von großer Relevanz ist.

Bereits in der Einleitung wurde deutlich, dass der Sanierungsbedarf der Sportanlagen auf der einen Seite, sowie die demografische Entwicklung der Bevölkerung, in Verbindung mit verändertem Freizeitverhalten auf der anderen Seite, für Sportvereine einen großen Druck erzeugen. Es ginge darum, dass Angebot der Sportstätten dem veränderten Nutzungsverhalten anzupassen.

Dr. Jörg Wetterich vom Institut für Kooperative Planung, Freiburg stellte in seinem Vortrag die Ergebnisse von Studien vor, die das tatsächliche Sportverhalten in Deutschland ergründen. Aus diesen Erhebungen leitet er ein Sportangebot ab, welches der tatsächlichen Nachfrage näher kommt als dies gegenwärtig der Fall ist. Allerdings lehnt er Pauschallösungen ab. Nur individuell entwickelte Lösungen, die auf den jeweiligen Verein, die jeweilige Gemeinde zugeschnitten sind, hätten Aussicht auf Erfolg.

Diagramm: wer treibt wo Sport?

Als Mittel zum Zweck empfiehlt er die „Sportentwicklungsplanung“, auf deren Grundlage eine zielgerichtete Entwicklung von Maßnahmen erst möglich sei. Der Referent zeigte Beispiele von Sportanlagen, die auf diesen Grundlagen entwickelt wurden. Diese wiesen eine hohe Vielfalt von Sportmöglichkeiten auf, die nicht nur für den organisierten und leistungsorientierten Sport attraktiv sind, sondern auch der individuellen Nachfrage nach sportlicher Betätigung Rechnung tragen.
Parallel dazu fand der Vortrag „Das Sportverhalten erfassen – den Sportstättenbedarf bestimmen: Geändertes Sportverhalten erkennen – Planungsdaten erheben – Sportstätten planen“ statt. Hier wurde vorgestellt, welche Daten wie erfasst werden können, um sich der tatsächlichen Nachfrage nach Sportangeboten zu nähern.

Traudchen Perrefort leitete ihre Co-Referenten durch den Vortrag „Kommune/Sportvereine – Neue Bündnisse in der Sportstättenentwicklung: Sportanlagen gemeinsam planen-bauen-betreiben-finanzieren“, den ich wegen dem zeitgleich stattfindenden Thema „Projektrealisierung mit neuen Finanzierungskonzepten, Neue Finanzierungsformen für Sportstätten anhand konkreter praktischer Beispiele von Dr. Robin S. Kähler und Dr. Joachim Keck nicht besuchen konnte.

Letztere erläuterten Chancen in der Entwicklung von Öffentlich-privaten-Partnerschaften (ÖPP = public private partnerschip = PPP) als Alternative zu herkömmlichen Finanzierungskonzepten. Der Vorteil der ÖPP liege darin, dass das Betreiberrisiko von der Kommune abgegeben wird. Ist der Betreiber kommerziell engagiert, so ergäben sich häufig große Sparpotentiale, angefangen von der Vermeidung des bürokratischen Aufwands öffentlicher Ausschreibungen bis hin zur Bedarfsgerechten Bereitstellung von Warmwasser. Doch auch Vereine könnten diese Rolle einnehmen, was ebenfalls gute Resultat bringt. Gerade die Vereine hätten es jedoch schwer eine gute Finanzierung zu leisten, da sie auf Grund der Gemeinnützigkeit keine Rücklagen bilden dürften und andererseits die durch Basel 2 geforderten Sicherheiten für die Kreditierung nur schwer leisten können. In der nachfolgenden Diskussion wurde darauf hingewiesen, dass aus Sicht der Gemeinde eine ÖPP mit hohen Risiken verbunden ist, gerade wnn kommerzielle Betreiber eingeschaltet würden, müssten sämtliche Leistungen für die Vertragsdauer im Vorhinein geregelt werden. Dies bedeute einen hohen Aufwand.PublicPrivatePartnership: Bau einer Dreifeldsporthalle

Im Anschluss wurde der Investitionspreis „Sportstätten für Kommunen“ vorgestellt.
Viele Unterlagen sind auf der Webseite der der Investitionsbank Schleswig-Holstein einzusehen.

Keine Kommentare

No comments yet.

Sorry, the comment form is closed at this time.

Powered by Wordpress, theme by Dimension 2k