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Rasen – der natürliche Sportplatzbelag

Blogged in Sportplatzbau by Lüder Hoppe Dienstag Januar 9, 2007

DRGDie Deutsche Rasengesellschaft bietet auf ihrer Website eine Infobroschüre zum Thema „Rasen – der natürliche Sportplatzbelag“ an. Das darin vorgestellte Bewertungsmodell findet dann in dem Rechenbeispiel „Sportplatzbeläge – Die Qual der Wahl“ von Harald Nonn Anwendung.

Die Broschüre ist prima gemacht, die Methodik wirkt auf den ersten Blick
sehr gut. Erst bei genauer Betrachtung zeigt sich, daß die Initiatoren trotz
der Beteuerung, objektiv an die Sache heranzugehen ein wenig über das Ziel hinausgeschossen sind. Die Preise in den Abbildungen 3 und 4 sind zumindest hier an der Küste absolut betrachtet niedriger, auch im relativen Bereich gibt es einigen Spielraum. Dies wirkt sich dann auf Abb. 5 aus, die hier viel ausgeglichener wäre. Dennoch ist die Abhandlung für Entscheidungsträger der Problematik Kunstrasen vs. Naturrasen auf jeden Fall lesenswert.

Interessant nun die Anwendung der Methodik durch den renommierten Dr. Harald Nonn. In seinem Fallbeispiel läuft es genau auf ein Unentschieden heraus. Aus meiner Perspektive ist dies die Stelle, an der ohne die Nutzungsintensität nicht mehr argumentiert werden kann. Und genau die blendet der Herausgeber aus.

Im Boxkampf Naturrasen vs. Kunstrasen hat der Titelverteidiger die Fans auf seiner Seite und landet hier ein paar Körpertreffer. Wird der Muskelprotz Kunstrasen, angeführt von J. Blatter (FIFA) darauf antworten?

Kommentare

  1. Es freut mich, dass die Broschüre Eingang in die Praxis findet und eine kritische Auseinandersetzung mit der Belagsthematik stattfindet. Damit ist das Ziel der Fachbroschüre erreicht.
    Es in der Natur der Sache begündet, dass bei möglichst allgemein gültigen Aussagen und besonders bei Kostenerhebungen regionale Gegebenheiten nicht berücksichtigt werden können. Diese finden Ausdruck in der Bandbreite der Werte, die in den Abbildungen dargestellt wurde. Somit erkennt der Betrachter, dass zwischen Median und Minimum/Maximum durchaus „Welten“ liegen können. Eine genaue Eruierung der örtlichen Gegebenheiten, idealerweise mit der Hilfe und dem Sachverstand eines Planungsbüros, sind somit bei jeder Sportstättenplanung erforderlich. Dann werden auch diese variablen Größen, die Sie zu Recht anmahnen, mit erfasst.
    Die Berechnungsbeispiele stellen beispielhaft den Umgang mit der Checkliste dar. Ein großer Der Vorteil der Checkliste liegt darin, dass man sich für eine Bewertung mit den einzelnen Kriterien intensiv auseinandersetzen muss. Der Punktegleichstand der Beläge Naturrasen und Kunststoffrasen im Beispiel 2 zeigt lediglich auf, dass es keinen eindeutigen „Sieger“ gibt. Falls die Belastungsgrenze des Naturrasens, die in der Broschüre unter der Rubrik „Nutzung“ aufgezeigt wird, wirklich überschritten würde, ist die von Ihnen angesprochene Nutzungsintensität entscheidend.
    In der Hoffnung auf einen fairen Kampf ohne Tiefschläge
    Dr. Harald Nonn

    Trackback by Dr. Harald Nonn 12. Januar 2007 13:50

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